Bekenntnis des Glaubens
Ein „Bekenntnis“ meint, etwas öffentlich sagen und aussprechen. Bezogen auf den Glauben heißt das, vor Gott und den Menschen öffentlich und verbindlich zu sagen, woran man glaubt. Christen beziehen sich dabei auf die Kernaussagen der Bibel.
Diese Kernaussagen der Bibel wurden bereits seit der frühen Christenheit in einigen kurzen, markanten Sätzen festgehalten, sodass die altkirchlichen Bekenntnisse entstanden:
Das Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott den Vater,
den Allmächtigen,
Schöpfer Himmels und der Erden.
Und an Jesus Christus,
Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn,
der empfangen ist vom Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuziget, gestorben und begraben,
niedergefahren zur Hölle,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren gen Himmel,
sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,
von dannen er kommen wird,
zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den heiligen Geist,
eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
Amen
Das Nizänische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an den Einen Gott,
den allmächtigen Vater,
Schöpfer Himmels und der Erden,
all des, das sichtbar und unsichtbar ist.
Und an den Einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingebornen Sohn,
der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott,
geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater,
durch welchen alles geschaffen ist;
welcher um uns Menschen und um unsrer
Seligkeit willen
vom Himmel gekommen ist
und leibhaft geworden durch den heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und Mensch geworden;
auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
gelitten und begraben
und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift,
und ist aufgefahren gen Himmel
und sitzet zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen mit Herrlichkeit,
zu richten die Lebendigen und die Toten;
dessen Reich kein Ende haben wird.
Und an den Herrn den Heiligen Geist,
der da lebendig macht,
der von dem Vater und dem Sohne ausgeht,
der mit dem Vater und dem Sohne
zugleich angebetet und zugleich geehret wird,
der durch die Propheten geredet hat.
Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.
Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden
und warte auf die Auferstehung der Toten
und das Leben der zukünftigen Welt.
Amen
Athanasianum
Wer da will selig werden, der muss vor allen Dingen der rechten christlichen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren sein...
Die Lutherischen Bekenntnisse
Die reformatorisch-lutherischen Glaubensüberzeugungen sind in den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, dem Konkordienbuch von 1580, zusammengefasst. Die erste und grundlegende Bekenntnisschrift ist das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) von 1530.
Zur Unterrichtung des christlichen Glaubens nach reformatorischer Erkenntnis verfasste Dr. Martin Luther 1529 für die Pfarrer den „Großen Katechismus“ und für das Volk den „Kleinen Katechismus“.
Der Kleine Katechismus beinhaltet die 10 Gebote, das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Vaterunser mit Erklärungen sowie Bibelstellen für die Taufe, die Beichte und das Abendmahl mit Erklärungen.
Zur Vorbereitung eines für 1537 in Mantua geplanten Konzils formulierte Dr. Martin Luther die „Schmalkaldischen Artikel“. Darin hatte er die reformatorisch unabdingbaren Forderungen aufgeführt.
Die letzte Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche ist die „Konkordienformel", die Streitigkeiten behandelt, welche nach dem Tod Luthers in der lutherischen Tradition aufgekommen sind.